Patina
Die einzige Alterung, auf die man wartet.
Metall, das sich an der Luft verwandelt und dabei besser wird statt schlechter. Was draußen Jahrzehnte braucht, entsteht bei uns unter kontrollierten Bedingungen.
Was Patina ausmachtKeine Schicht darauf, sondern das Metall selbst
Lack, Pulver und Folie liegen auf einem Werkstoff. Sie haben eine Kante zum Untergrund, sie können abplatzen, und unter einem Kratzer kommt etwas Fremdes zum Vorschein. Patina funktioniert anders. Sie entsteht, wenn das Metall selbst mit der Luft reagiert und sich an der Oberfläche in seine Verbindungen umwandelt.
Bei Kupfer sind das überwiegend basische Karbonate und Sulfate, in Küstennähe kommen Chloride dazu. Die Schicht sitzt fest, ist in sich stabil und erneuert sich dort, wo sie verletzt wurde. Sie bremst den weiteren Angriff durch Luft und Feuchtigkeit, statt ihn zu beschleunigen.
Angaben zur Zusammensetzung und Schutzwirkung nach dem Informationsdruck i.30 des Deutschen Kupferinstituts.
Nicht jedes Metall altert gleich
Wir veredeln Kupfer, Messing, Bronze, Edelstahl und Cortenstahl durch Patinieren, Brünieren und Oxidieren. Jeder Werkstoff bringt seine eigene Farbspanne mit.
Patinieren, Brünieren, Oxidieren
Drei Verfahren, drei Farbwelten. Welches zum Projekt passt, hängt am Werkstoff und am gewünschten Ton.
Patinieren
Der bekannte Zustand vom alten Kupferdach. Für Kupfer, in Wochen statt in Jahrzehnten.
Oxidieren
Die Töne, die auf dem Weg zum Grün liegen. Von Kupferorange bis fast Anthrazit.
Brünieren
Das Verfahren für Messing. Von warmem Bronzebraun bis nahezu Schwarz.
Wo es ins Detail geht
Für die einzelnen Werkstoffe und Verfahren gibt es eigene Seiten mit Musterflächen, technischen Angaben und Bildern gebauter Projekte.
Was man über Patina wissen sollte
Was ist Patina eigentlich?
Eine Schicht, die entsteht, wenn ein Metall mit der Luft reagiert. Bei Kupfer sind es überwiegend basische Karbonate und Sulfate, in Küstennähe kommen Chloride dazu. Anders als Lack liegt sie nicht auf dem Metall, sondern besteht aus dem Metall selbst, das sich verwandelt hat. Deshalb blättert sie nicht ab und lässt sich nicht abkratzen.
Ist Patina dasselbe wie Rost?
Nein. Rost bei Eisen frisst sich immer weiter in den Werkstoff hinein und zerstört ihn mit der Zeit. Die Patina auf Kupfer und seinen Legierungen tut das Gegenteil: Sie haftet fest, ist in sich stabil und bremst den weiteren Angriff. Sie ist der Grund, warum Kupferdächer Jahrhunderte überstehen.
Auf welchen Metallen entsteht Patina?
Am bekanntesten ist sie auf Kupfer, wo sie über Jahre grün wird. Auch Messing und Bronze verändern sich an der Luft, allerdings anders: Sie dunkeln eher in braune und graubraune Töne nach. Wir veredeln Kupfer, Messing, Bronze, Edelstahl und Cortenstahl durch Patinieren, Brünieren und Oxidieren.
Warum lässt man Patina im Werk erzeugen?
Wegen der Zeit und wegen der Gleichmäßigkeit. Im Freien braucht Kupfer je nach Lage acht bis fünfzehn Jahre bis zum kräftigen Grün, und niemand weiß vorher, wie es dazwischen aussieht. Werkseitig entsteht der gewünschte Zustand vorab und kommt fertig auf die Baustelle. Auf großen Flächen ist das der einzige Weg zu einem einheitlichen Bild.
Was ist der Unterschied zwischen Patinieren, Brünieren und Oxidieren?
Es sind drei Wege zu drei verschiedenen Farbwelten. Patinieren führt bei Kupfer zu Grün und Türkis. Oxidieren bleibt bei den warmen Brauntönen stehen, die auf dem Weg dorthin liegen. Brünieren ist das Verfahren für Messing und führt zu dunklen, tiefen Tönen von Bronzebraun bis fast Schwarz.
Ist Patina giftig?
Nein. Patina auf Kupfer besteht aus basischen Kupferverbindungen und reizt weder Haut noch Atemwege. Verwechselt wird sie oft mit Grünspan, und der ist etwas anderes: Kupferacetat, das durch Essigsäure entsteht und tatsächlich schädlich ist. Am Bauwerk kommt Grünspan praktisch nicht vor.
Sieht Patina überall gleich aus?
Nein. Ihre Zusammensetzung hängt von der Luft am Standort ab. In Küstennähe entsteht häufig ein blaugrüner Ton, in der Stadt bleibt es länger bei dunklem Braun. Auch Neigung und Ausrichtung der Fläche spielen mit, ebenso die Menge an Regen, die tatsächlich ankommt.
Kann man eine patinierte Fläche später ausbessern?
Das hängt vom Fall ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Kleine Beschädigungen gleichen sich mit der Zeit oft von selbst an, weil die Schicht weiterarbeitet. Bei sichtbaren Flächen mit hohem Anspruch klären wir das am Projekt, bevor gefertigt wird.