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Gebäudeecke mit grün patinierter Kupferfassade vor blauem Himmel

Patina

Die einzige Alterung, auf die man wartet.

Metall, das sich an der Luft verwandelt und dabei besser wird statt schlechter. Was draußen Jahrzehnte braucht, entsteht bei uns unter kontrollierten Bedingungen.

Was Patina ausmacht
Der Kern

Keine Schicht darauf, sondern das Metall selbst

Lack, Pulver und Folie liegen auf einem Werkstoff. Sie haben eine Kante zum Untergrund, sie können abplatzen, und unter einem Kratzer kommt etwas Fremdes zum Vorschein. Patina funktioniert anders. Sie entsteht, wenn das Metall selbst mit der Luft reagiert und sich an der Oberfläche in seine Verbindungen umwandelt.

Bei Kupfer sind das überwiegend basische Karbonate und Sulfate, in Küstennähe kommen Chloride dazu. Die Schicht sitzt fest, ist in sich stabil und erneuert sich dort, wo sie verletzt wurde. Sie bremst den weiteren Angriff durch Luft und Feuchtigkeit, statt ihn zu beschleunigen.

HerkunftAus dem Werkstoff heraus, nicht aufgetragen.
HaftungFest verbunden, kein Abplatzen, kein Abkratzen.
WirkungSchützt das darunterliegende Metall vor weiterem Angriff.
Bei VerletzungDie Schicht arbeitet weiter und gleicht sich mit der Zeit an.

Angaben zur Zusammensetzung und Schutzwirkung nach dem Informationsdruck i.30 des Deutschen Kupferinstituts.

Fünf Werkstoffe

Nicht jedes Metall altert gleich

Wir veredeln Kupfer, Messing, Bronze, Edelstahl und Cortenstahl durch Patinieren, Brünieren und Oxidieren. Jeder Werkstoff bringt seine eigene Farbspanne mit.

KupferDer Klassiker. Blank rotgolden, über Monate kastanienbraun, über Jahre anthrazitbraun, auf geneigten Dächern schließlich grün. Alle Zwischenstufen sind erreichbar und werden gezielt angesteuert. Kupferpatina im Detail.
MessingEine Legierung aus Kupfer und Zink. Der Zinkanteil verschiebt das Farbspektrum in Richtung Gelb, von goldrot bei wenig Zink bis hellgelb bei viel. Brüniert reicht die Spanne von warmem Bronzebraun bis fast Schwarz. Messing brüniert.
BronzeEbenfalls eine Kupferlegierung, dunkler und ruhiger als Messing. Am Bauwerk begegnet sie einem als Fassadenverkleidung und im Innenausbau, etwa am Joseph-Pschorr-Haus in München und am Mozarteum in Salzburg.
EdelstahlAnders als die Kupferwerkstoffe bildet Edelstahl von sich aus keine farbige Schicht, er bleibt, wie er ist. Seine Farbe kommt aus der Bearbeitung. Vier Töne stehen zur Wahl: Light, Dark, Light Brass und Dark Brass.
CortenstahlWetterfester Baustahl, der eine festhaftende Rostschicht ausbildet und damit dem gleichen Prinzip folgt: Der Werkstoff schützt sich selbst, indem er sich an der Oberfläche verwandelt. Das Ergebnis ist ein warmes Rostbraun.
Drei Wege

Patinieren, Brünieren, Oxidieren

Drei Verfahren, drei Farbwelten. Welches zum Projekt passt, hängt am Werkstoff und am gewünschten Ton.

Grün und Türkis

Patinieren

Der bekannte Zustand vom alten Kupferdach. Für Kupfer, in Wochen statt in Jahrzehnten.

Warmes Braun

Oxidieren

Die Töne, die auf dem Weg zum Grün liegen. Von Kupferorange bis fast Anthrazit.

Dunkel und tief

Brünieren

Das Verfahren für Messing. Von warmem Bronzebraun bis nahezu Schwarz.

Vertiefung

Wo es ins Detail geht

Für die einzelnen Werkstoffe und Verfahren gibt es eigene Seiten mit Musterflächen, technischen Angaben und Bildern gebauter Projekte.

Kupfer grünFarbwelten, Alterung über die Jahre, Kupferdach und der Unterschied zu Grünspan: patina-kupfer.de
Kupfer braunVier oxidierte Töne, Wandverkleidung und Fassade: kupfer-oxidiert.de
MessingAcht brünierte Töne, Referenzen und Technik: messing-brueniert.de
VerfahrenWissen für Planer, Ausschreibungstexte und Datenblätter: kupfer-patiniert.de
Häufig gefragt

Was man über Patina wissen sollte

Was ist Patina eigentlich?

Eine Schicht, die entsteht, wenn ein Metall mit der Luft reagiert. Bei Kupfer sind es überwiegend basische Karbonate und Sulfate, in Küstennähe kommen Chloride dazu. Anders als Lack liegt sie nicht auf dem Metall, sondern besteht aus dem Metall selbst, das sich verwandelt hat. Deshalb blättert sie nicht ab und lässt sich nicht abkratzen.

Ist Patina dasselbe wie Rost?

Nein. Rost bei Eisen frisst sich immer weiter in den Werkstoff hinein und zerstört ihn mit der Zeit. Die Patina auf Kupfer und seinen Legierungen tut das Gegenteil: Sie haftet fest, ist in sich stabil und bremst den weiteren Angriff. Sie ist der Grund, warum Kupferdächer Jahrhunderte überstehen.

Auf welchen Metallen entsteht Patina?

Am bekanntesten ist sie auf Kupfer, wo sie über Jahre grün wird. Auch Messing und Bronze verändern sich an der Luft, allerdings anders: Sie dunkeln eher in braune und graubraune Töne nach. Wir veredeln Kupfer, Messing, Bronze, Edelstahl und Cortenstahl durch Patinieren, Brünieren und Oxidieren.

Warum lässt man Patina im Werk erzeugen?

Wegen der Zeit und wegen der Gleichmäßigkeit. Im Freien braucht Kupfer je nach Lage acht bis fünfzehn Jahre bis zum kräftigen Grün, und niemand weiß vorher, wie es dazwischen aussieht. Werkseitig entsteht der gewünschte Zustand vorab und kommt fertig auf die Baustelle. Auf großen Flächen ist das der einzige Weg zu einem einheitlichen Bild.

Was ist der Unterschied zwischen Patinieren, Brünieren und Oxidieren?

Es sind drei Wege zu drei verschiedenen Farbwelten. Patinieren führt bei Kupfer zu Grün und Türkis. Oxidieren bleibt bei den warmen Brauntönen stehen, die auf dem Weg dorthin liegen. Brünieren ist das Verfahren für Messing und führt zu dunklen, tiefen Tönen von Bronzebraun bis fast Schwarz.

Ist Patina giftig?

Nein. Patina auf Kupfer besteht aus basischen Kupferverbindungen und reizt weder Haut noch Atemwege. Verwechselt wird sie oft mit Grünspan, und der ist etwas anderes: Kupferacetat, das durch Essigsäure entsteht und tatsächlich schädlich ist. Am Bauwerk kommt Grünspan praktisch nicht vor.

Sieht Patina überall gleich aus?

Nein. Ihre Zusammensetzung hängt von der Luft am Standort ab. In Küstennähe entsteht häufig ein blaugrüner Ton, in der Stadt bleibt es länger bei dunklem Braun. Auch Neigung und Ausrichtung der Fläche spielen mit, ebenso die Menge an Regen, die tatsächlich ankommt.

Kann man eine patinierte Fläche später ausbessern?

Das hängt vom Fall ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Kleine Beschädigungen gleichen sich mit der Zeit oft von selbst an, weil die Schicht weiterarbeitet. Bei sichtbaren Flächen mit hohem Anspruch klären wir das am Projekt, bevor gefertigt wird.

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